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Alpendörfer und Dörfer

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Eingebettet in die Berge der Kantone Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen scheint die Zeit für das Dorf Egg stillzustehen. Mit nur 2.000 Einwohnern besticht es durch seine reine Luft, atemberaubende Panoramablicke und eine Atmosphäre, in der jeder Tag mit Vogelgezwitscher beginnt. Egg ist vor allem als Ausgangspunkt für die Hochkasten-Wanderung bekannt, einem der schönsten Berge der Ostschweiz. Schon die Fahrt mit der Seilbahn ist ein Erlebnis: Die Kabine dreht sich und eröffnet einen 360°-Panoramablick auf sieben Seen und 500 Gipfel.
Doch das Dorf selbst ist mehr als nur ein Durchgangsort. Hier leben Holzschnitzer, Weber und Kräuterkundige. In einer alten Schule befindet sich eine Künstlerresidenz, wo Künstler in der Stille Inspiration finden. Im Sommer ist Egg ein Wanderparadies. Der Sieben-Seen-Wanderweg führt durch Almwiesen, auf denen Edelweiß und Glockenblumen blühen. Im Winter ist Egg ein beliebtes Ziel für Skifahrer und Schneeschuhwanderer: An den Liften gibt es praktisch keine Wartezeiten.
Im Dorfzentrum steht eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit einem geschnitzten Altar und einer Sonnenuhr an der Fassade. In der Nähe befinden sich ein Brunnen mit Quellwasser und ein Laden, der hausgemachte Butter und Marmelade verkauft.
Egg ist einer der wenigen Orte, an denen der Pesttag noch gefeiert wird – eine Erinnerung daran, wie das Dorf im 17. Jahrhundert dank Quarantäne und Gebeten einer Epidemie entging. Heute ist es ein Fest mit Lagerfeuern, Brot und Glockengeläut.

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Morges ist ein elegantes Dorf am Nordufer des Genfersees, das von Touristen oft zugunsten von Vevey oder Montreux übersehen wird. Dabei vereint es ländliche Gemütlichkeit, aristokratische Eleganz und botanische Vielfalt.
Das Zentrum von Morges bildet die Place du Château mit einem Schloss aus dem 14. Jahrhundert, das heute ein Museum ist. Ganz in der Nähe befindet sich der Parc Mont-Royal, Heimat seltener Baumarten, die von Diplomaten aus aller Welt gestiftet wurden. Im Frühling blühen hier Magnolien und japanische Kirschbäume.
Morges ist der Geburtsort des berühmten Schriftstellers Frédéric Dürrenmatt, und ihm zu Ehren wurde ein Literaturzentrum eröffnet. Auch Marschall Schukow lebte hier im Jahr 1945 – eine Gedenktafel an der Uferpromenade erinnert daran.
Die Uferpromenade von Morges zählt zu den ruhigsten am See. Hier gibt es keine Diskotheken oder Menschenmassen, nur Spaziergänge, begleitet vom Rascheln der Kastanienbäume und dem Plätschern des Wassers. Im Sommer genießen die Einheimischen Picknicks mit Wein aus der Lavaux-Region, deren Weinberge zum UNESCO-Welterbe gehören.
Morges beherbergt das einzige Schifffahrtsmuseum der Schweiz, obwohl es keinen Zugang zum Meer hat. Die Ausstellungen erzählen die Geschichte der Segelschiffe des 19. Jahrhunderts und wie die Schweizer Schiffe für andere Länder bauten.

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Das Dorf Gruyères im Kanton Freiburg vereint drei Symbole der Schweiz: Käse, Schloss und Alpenlandschaft. Hoch oben auf einem Hügel thront es über dem Tal wie ein Hüter uralter Geheimnisse.
Die Hauptattraktion ist das Château de Gruyères aus dem 13. Jahrhundert. In seinen Sälen befinden sich Wandteppiche, Rüstungen und sogar eine Sammlung von Werken von Dalí und Chagall (dank einer privaten Stiftung). Vom Turm aus überblickt man die Alpengipfel und die grünen Weiden, auf denen die Kühe grasen, die den berühmten Käse liefern.
Hier, in der Nähe von Gruyères, wurde der Le Gruyère AOP-Käse erstmals hergestellt. Das Käsemuseum neben dem Schloss veranschaulicht den gesamten Herstellungsprozess – vom Melken bis zur Reifung in den Höhlen. Zum Abschluss gibt es eine Verkostung mit lokalem Honig und Brot.

Das Dorf selbst ist ein Labyrinth aus engen Gassen, blumengeschmückten Balkonen und Brunnen mit Stierfiguren. Im Sommer finden hier Käsefeste statt, im Herbst Kürbis- und Kastanienmärkte. Im Zentrum steht die Statue der Gruyère-Kuh, die zum Wahrzeichen des Dorfes geworden ist.
Gruyère ist mehr als nur ein Touristenziel. Es ist eine lebendige Gemeinde, Heimat von Bauern, Handwerkern und Künstlern. Viele Häuser gehören Familien, die hier seit dem 16. Jahrhundert leben.

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Appenzell, die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, ist ein lebendiges Freilichtmuseum. Hier finden noch immer Volksfeste auf dem Dorfplatz statt, Frauen tragen an Feiertagen bestickte Trachten, und Kühe kehren vom Glockengeläut von ihren Almen zurück. Appenzell liegt am Fuße des Säntis, und seine pastellfarbenen Häuser mit geschnitzten Fensterrahmen und Blumenkästen wirken wie aus dem Bilderbuch. Doch hinter dieser malerischen Schönheit verbirgt sich eine tiefe Verbundenheit mit Traditionen, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Jedes Jahr im September findet hier die Alpabfahrt statt. Tausende Zuschauer versammeln sich, um geschmückte Kühe, Hirten in Tracht und Orchester beim Umzug durch die Hauptstraße zu bewundern. Dies ist keine Touristenattraktion – es ist ein wahres Ereignis für den gesamten Kanton. In Appenzell befindet sich auch das Alpstein Museum, das das Leben der Hirten, die Käseherstellung und die Volkskunst beleuchtet. Besonderes Augenmerk wird auf Stickereien gelegt: Jedes Muster auf der Weste einer Frau symbolisiert Familie, Dorf oder sogar das Wetter ihres Geburtsjahres.
Die regionale Küche bietet Appenzeller Käse, der in Kräuterlake gereift ist, und Salsizer Räucherwurst. Im Café wird Biber serviert – Lebkuchen mit Mandelfüllung, dessen Rezept seit dem 18. Jahrhundert unverändert geblieben ist.

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Eingebettet zwischen steilen Felsen und dichten Wäldern der Kantone Glarus und Schwyz wirkt das Dorf Lavertel (Lavertezzo) wie einem Märchen entsprungen. Es liegt im Verzascatal, einem der malerischsten Täler der Schweiz, wo ein türkisfarbener Fluss über Granitfelsen fließt und uralte Steinbrücken die Ufer verbinden.
Die Hauptattraktionen sind zwei mittelalterliche Brücken: die Ponte dei Salti aus dem 17. Jahrhundert und ihre jüngere Schwester, die Ponte Basso. Beide Brücken aus lokalem grauen Stein fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Im Sommer baden die Menschen hier, sonnen sich auf den glatten Felsplatten und picknicken unter den Platanen. Lavertel ist kein typischer Touristenort. Es gibt keine lauten Hotels, sondern nur einige familiengeführte Pensionen und Restaurants mit Holzfensterläden. Die Einheimischen, Nachfahren von Hirten und Steinmetzen, bewahren ihre Traditionen sorgsam und sprechen den lombardischen Dialekt des Italienischen.

Das Dorf gehört zum Kanton Tessin, der italienischsten Region der Schweiz. Daher rühren das milde Klima, die Vorliebe für Olivenöl und die terrassenförmig angelegten Weinberge, die sich bis zum Fluss erstrecken. Dennoch ist Lavertelle zutiefst schweizerisch – pünktlich, sauber und respektvoll gegenüber der Natur.

Für Outdoor-Fans gibt es Dutzende von Wanderwegen. Einer der malerischsten ist der Weg zum Vogorna-Wasserfall, wo man Alpenblumen bewundern und nur dem Rauschen des Wassers und dem Gesang der Vögel lauschen kann. Im Winter verwandeln sich die Wege in verschneite Schneeschuhwanderwege.

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