Der Frühling in der Schweiz ist mehr als nur die Schneeschmelze; er ist ein feierliches Erwachen von Natur und Kultur. Nach langen Monaten der Stille erwachen Städte und Dörfer zum Leben: Musik erklingt, Blumen blühen, und Menschen in farbenfroher Kleidung bevölkern wieder die Straßen. Die Frühlingsfeste sind hier ein Symbol für Erneuerung und Hoffnung. Eines der berührendsten Frühlingsfeste ist die Alpabfahrt, obwohl sie eher mit dem Herbst in Verbindung gebracht wird. Einige Kantone, insbesondere Appenzell und das Oberland, veranstalten jedoch auch im Frühling einen Alpenaufstieg, den Alpaufzug. Im April und Mai werden Kühe mit Blumen und Glöckchen geschmückt und unter dem Klang von Alphörnern und Trommeln auf die Sommerweiden getrieben. Im März findet in Basel die Morgestraich statt, der Auftakt zur berühmten Fasnacht. Dies ist der einzige Karneval der Welt, der pünktlich um 4:00 Uhr morgens beginnt, wenn alle Straßenlaternen ausgehen und Tausende maskierte und mit Laternen behängte Teilnehmer die Straßen füllen. Musik, satirische Plakate und Kostüme persiflieren Politik und Gesellschaft.
Im April begrüßt Genf den Frühling mit einem Blumenfest. Der Grange Park verwandelt sich in ein Meer aus Tulpen, Narzissen und Kirschblüten. Gärtner aus ganz Europa reisen an, und die Cafés bieten Kuchen mit Lavendel- und Rosenfüllung an.
Im Mai feiert die Schweiz den Tag der Arbeit (1. Mai), besonders lebhaft ist er in Zürich und Lausanne mit Straßenkonzerten, Kunsthandwerksmärkten und vegetarischen Festen. Sogar Banken und Museen öffnen an diesem Tag ihre Türen kostenlos.
Der Frühling markiert auch den Beginn der Weinsaison. Im April findet im Kanton Waadt das Fête des Vignerons statt – ein großes Fest, das alle 20–25 Jahre gefeiert wird (zuletzt 2019). Jedes Jahr gibt es in den Dörfern des Lavaux kleinere Verkostungen der neuen Ernte und Vorführungen zum Rebschnitt.
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